Wie gestern berichtet hatte ich für gestern Abend Karten für ein Konzert der finnischen Band Apocalyptica. Die Vorband, die dem Publikum einheizen sollte, war ebenfalls aus Finnland und hörte auf den Namen Sturm und Drang. Mir war der Name zwar im Hinterkopf geläufig, aber ich konnte ihn nicht so recht zuodrnen. Man möge sich meine Verwunderung vorstellen, als fünf Knaben im Alter von 15 bis 16 Jahren auf die Bühne kamen. Mein erster Gedanke war: “OMG! Nach Tokio Hotel und den Killerpilzen haben die Kinderbands jetzt auch die letzte Bastion gestürmt - den Heavy Metal!” Ich war auf eine Enttäuschung gefasst - obwohl Enttäuschung eigentlich das falsche Wort ist, ich erwarte mir in den seltensten Fällen besonders viel von Vorbands.
Groß war meine Überraschung, als die fünf loslegten. Die Musik war gut, die Cover waren solide gespielt und gut ausgesucht, der Sänger hat eine kräftige Stimme die zu der Musik ganz gut dazu passt und der Drummer ging ab als würd er um sein Leben drummen. Die Jungs bewiesen auch einen gewissen morbiden Humor - so eröffnete der Leadsinger etwa mit den Worten: “Hello Vienna! We’re Sturm und Drang from Finnland. Normaly we should be in school today, but with the things happening up there we thought we’d rather be here with you!” Makaber? Keine Frage! Unterhaltsam? Definitiv!
Nach etwa fünfundvierzig Minuten zogen sich SuD unter tosendem Applaus zurück (man munkelt es war schon Zeit fürs Bett - ja, gemein, aber damit werden die fünf sicher fertig und lesen werden sie das hier wohl auch nicht - falls doch: Ihr wart spitze!) und die Bühne wurde für Apocalyptica bereit gemacht.
Was soll man über diese Band sagen? Wie beschreibt man sie am besten? Man nehme vier Celli und ein Drumset, packe selbige in die Hände von fünf völlig irren aber durchaus begabten Finnen, lasse diese Klassiker der Heavy Metal Musikgeschichte covern sowie ihre eigenen Werke zum Besten, kröne das ganze mit etwas klassischer Musik die neu interprätiert wurde und stelle alldas unter dem Namen Apocalyptica vor ein gröhlendes, jubelndes Publikum.
Die Stimmung war Wahnsinn, die Musik brillian, die Lichtshow überwältigend! Ein großartiger Abend mit großartiger Musik die völlig ohne Vocals auskommt. Meine persönlichen Highlights waren, in aufsteigender Reihenfolge: “Nothing else matters” - “Seemann” - “One” - “Enter Sandman” and the most awesome “In der Halle des Bergkönigs”, ein Stück klassischer Musik das nie zuvor so beeindruckend und mitreißend interprätiert wurde.
Abschließend noch ein paar Impressionen von gestern - die Qualität ist leider nicht überragend, aber die Stimmung wird gut eingefangen.
Metallica - One
Rammstein - Seemann (gespielt in der zweiten Zugabe und als Dankeschön an die deutsche Crew, mit der Apocalyptica unterwegs war)






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