Tatort: Montag Abend, 20:10 Uhr im Cineplexx Reichsbrücke.
Opfer: Der gute Film
Zeugen: Regen und einige Freunde
Täter: Rob Cohen
Was Stephan, der Spielzwerg, mit dem letzten Indiana Jones vorgemacht hat, hat Rob Cohen bestens immitiert. Da sitzen wir also im Kino und freuen uns auf einen gar lustgen Abend mit Film und Popcorn - allein der Spass will nicht kommen.
Wirft Brendan Fraser noch in gewohnt unterhaltsamer Manier mit Sprüchen um sich, die zwar nicht flacher sein könnten aber zumindest halbwegs anständig rübergebracht werden, so sind die restlichen Schauspieler durch die Bank Fehlbesetzungen. Maria Bello als Evelyn O’Connell wirkt so abenteuerlustig wie die Politiker der großen Koalition, Luke Ford als Sohn Alex O’Connell ist nicht nur ein schmalspur Cassanova, er hat auch den Komplex, im Schatten seines Vaters zu stehen - sowohl archäologisch als auch schauspielerisch und sprüchetechnisch.
Die Effekte des Filmes waren - wie heutzutage nicht anders zu erwarten - nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Jet Li als Drachenkaiser war allerdings eine arme Wurst - weder hat er überzeugt noch kann ich nachvollziehen, warum er sich für so einen Film hergegeben hat.
Dann war da noch die Sache mit den Mächten des Drachenkaisers. Wenn ich über die fünf Elemente (ja, in der asiatischen Weltanschauung gibt es deren fünf, nämlich Feuer, Wasser, Luft, Metall und Holz) gebiete, mich ausserdem in einen dreiköpfigen Drachen und einen überdimensional großen Bären verwandeln kann, dann kann es doch nicht so ein Problem darstellen, ein paar Menschenwürstchen zu besiegen. Und wenn ich weiss, dass die einen Dolch haben, der mich töten kann - und es sogar schaffe, den in meinen Bestiz zu bekommen, dann ist doch das erste, was ich mach, mich in den Drachen zu verwandeln und selbigen in den Etna zu werfen - oder wahlweise auch den Mt. Saint Helens.
Den ganzen Film über hatte ich mit Langeweile zu kämpfen - einzig als die Yetis in dem himalayischen Bergdorf den “good guys” zuhilfe kamen, und ein Yeti einen “bad guy” durch ein Stadttor nach draußen gekickt hat und der andere Yeti die Arme wie ein NFL Referee zu einem 2″Field Goal” Zeichen in die Höhe gerissen hat musste ich auflachen - was Armutszeugnis genug für diesen Film sein sollte.
Heute Abend steht Star Wars - Clone Wars (der Zeichentrickfilm) an - und ich hoffe stark, dass mich der nicht so enttäuscht wie meine letzten Kinobesuche. Mehr darüber dann in der nächsten Ausgabe respektive dem näcshten Post.

