30. April 2008 - ein weiterer Marvel Film schlägt in den Kinos auf: Iron Man. All den Unkenrufern, die der wahren Flut an Superhelden-Filmen, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen ist, skeptisch gegenüberstehen sei gesagt: Iron Man ist anders. Zumindest so ein Bißchen.
Iron Man handelt, um die Thematik nur kurz zu umreißen und denjenigen, die die Comics nicht verschlungen haben, vom Großindustriellen und Waffenhersteller Tony Stark. Starks Waffen werden in die ganze Welt verkauft um, wie er immer wieder anführt, den Frieden zu wahren. Er selbst ist auch der festen Überzeugung, dass seine Waffen nur Militärs zugänglich gemacht werden. Eine Entführung irgendwo in Vorderasien öffnet ihm jedoch die Augen.
Was den Film von den durchschnittlichen Superhelden-Filmen abhebt, sind, zumindest nach meiner Ansicht, gleich mehrere Faktoren.
Da wäre zum einen die Tatsache, dass Tony Stark keinerlei Superkräfte hat - und im Gegensatz zu, zum Beispiel, Bat Man ist er auch kein erprobter Kämpfer. Stark verdankt seine Überlegenheit einzig seinem Verstand und seiner technischen Begabung - er ist ein brillianter Ingenieur. All die Szenen, die ihn in seiner Werkstatt zeigen, wo er zunächst an Autos und im Laufe des Films an seiner Kampfrüstung herumschraubt und bastelt sprechen das Herz jedes an Technik interessierten Zuschauers an.
Dann wäre da der Humor im Film. Im Gegensatz zu vielen Filmen, in denen die “Ha-ha-Momente” übers Knie gebrochen werden und der Story einfach nur aufgesetzt werden, um auch das an Gags interessierte Publikum anzusprechen, passen die Sprüche in Iron Man wirklich. Die Charaktere, ein dritter Punkt, der gefällt, sind gut umrissen, die Entwicklung derselben ist nachvollziehbar und die Sprüche wurden passend zur Situation und zu den Charakteren gewählt - man kann gut glauben, dass der Akteur so reagieren würde, wie er es im Film tut.
Technisch ist der Film, wie nicht anders zu erwarten, sowohl optisch als auch akustisch einwandfrei - was anderes darf sich ein Filmstudio aber heutzutage sowieso nicht mehr leisten.
Ein paar kleine Wehrmutstropfen gibt es natürlich wie in den meisten Filmen: Das leider immer wieder vorkommende “Verrat in den eigenen Reihen” Thema wurde auch hier ausgeschlachtet - bedingt durch die Hintergrundstory der Comics kann das aber nicht allein dem Film vorgeworfen werden.
Teilweise war es ein Klitzewenig übertrieben mit dem Humor - der Roboter-Helfer war beim ersten Mal witzig, als Running-Gag hätte er aber nicht unbedingt sein müssen.
Und mir persönlich kam das Iron Man Theme bei rückwirkender Betrachtung tatsächlich etwas zu wenig deutlich vor - ich muss Roman da doch zustimmen - es war zwar dezent zu erkennen, aber so deutlich wie im Abspann hätte mans doch gerne zumindest beim ersten Flug oder aufm Weg zum ersten “Einsatz” als Iron Man gerne gehört.
Alles in allem aber ein sehr guter, actionreicher Film der von mir 8/10 Punkten bekommt.
Und für alle Kinogeher, und ganz besonders für diejenigen, die die Marvel Comics auch gelesen haben: Bis zum Ende sitzen bleiben - eine sehr vielversprechende zweiminütige Szene nach dem Abspann erfreut das Herz des treuen Kinogehers - wird hier im Eintrag aber nicht näher besprochen … wir können uns gern in den Comments drüber auslassen.



greynor said,
5-6-2008 in 07:14:23 at 62.154.242.54Jap, den muss ich mir auch noch anschauen. Aber ich glaub eher im Heimkino als auf der großen Leinwand. Keiner sonst in meinem Bekanntenkreis steht auf Superhelden Filme