Wer mich kennt kann vermutlich bestätigen: Prinzipiell bin ich ganz umgänglich. Ich kann mich mit den Leuten recht gut arrangieren, was teilweise sogar so weit geht, dass ich meine eigenen Bedürfnisse für die anderer hinten anstelle. Besonders im Berufsleben versuche ich, es mir mit den Kollegen so einzurichten, dass diese es angenehm haben, wenn ich als Vertretung auf ihrer Site einspringe.
In den meisten Fällen klappt das ganz gut, die Kollegen, die mich kennen, sind froh, wenn ich als Vertretung da bin, da ich üblicherweise kompetent bin und mich nicht wie einige andere aus meinem Team vor Arbeit scheue - im Gegentum, ich nehme den anwesenden Kollegen sogar Arbeit ab, damit diese es angenehm haben.
Leider gibt es aber auch Kolleginnen wie R.L. - im weiteren Text nur als “die blöde Sau” bezeichnet. Ich habe vor zwei Wochen die Kollegin der blöden Sau vertreten und mit der blöden Sau selbst gemeinsam Dienst gehabt. In dieser Woche habe ich versucht, ihr die Zeit so angenehm wie möglich zu machen. Ich habe keine Pausen gemacht ausser der zehnminütigen Mittagspause die ich brauchte, um in die Kantine zu gehn, was zu essen und zurückzugehn. Ich hatte kein Problem damit, wenn sie drei- bis viermal am Tag für fünfzehn bis dreissig Minuten auf Rauchpause war. Ich hatte kein Problem damit, dass sie einmal zu spät kam - warum auch? Die Arbeit war schaffbar, also warum sollt ich einen Aufstand machen?
Vor einigen Tagen dann die frohe Botschaft: Die blöde Sau hat sich über mich beschwert. Und das nicht etwa bei mir - oder etwa bei meiner Vorgesetzten - nein, sie ist zu unserem Kunden gegangen und hat sich dort über mich beschwert, sodass der Kunde sich dann bei meiner Vorgesetzten beschwert hat. Diese hat mich jetzt für morgen zu sich ins Hauptquartier beordert, damit wir über die Vorgänge dort reden können - Face to Face quasi. Gut, ich hab jetzt keine Angst, dass ich Probleme bekommen könnte, ich habe nichts getan, das ich nicht dürfte bzw. das vom Kunden nicht gern gesehen ist - und wenn doch, dann nur, nachdem ich die blöde Sau gefragt habe, ob das denn ok wäre und ob es sie stören würde. Wenn sie dann nicht die Eierstöcke in der Hose hat, um mir zu sagen: “Du, das find ich jetzt ned so knorke.” dann ist das ihr Bier, und nicht meines.
Dennoch hat sie es geschafft, mich zu vergrämen - ich werde bei zukünftigen Einsätzen auf jener Site jegliche ihrer Verfehlungen notieren und bürhwarm weitertragen - sei es vom privaten Internetsurfen über zig-minütige Rauchpausen bis hin zu zu-spät-kommen-und-zu-früh-gehen. Die wird noch sehn, wer von uns am längeren Ast sitzt. Ich bin umgänglich und schwer zu reizen - aber gereizt bin ich unangenehm.
Und speziell für dich, liebe blöde Sau, hier noch ein kleiner Abschiedsgruß in Anlehnung an meinen zweiten Blogeintrag:



Feanwulf said,
4-29-2008 in 16:33:21 at 81.92.5.72Mach die blöde Sau fertig!