Wer mich kennt, der weiss, dass ich durch und durch ein Menschenfreund bin. Nein, wirklich. Ich mag meine Mitmenschen sehr. Nur nicht so im allgemeinen … und auch nur in geringen Dosen … also … so fünf bis zehn Minuten am Stück. Nicht viel länger.
Ich habe festgestellt, dass meine Sympathiekurve exponentiell absinkt - aber der durchschnittliche Mitmensch durchaus Einfluss darauf hat, wie lange er oder sie mir sympathisch ist.
Ein kleines Beispiel: Morgens, halb acht, in einer wiener U-Bahn. Regen steigt fröhlich und gutgelaunt wie jeden Morgen (will heißen: eh schon ungenießbar) in den Wagon seiner Wahl. Dieser, schon bis zum Bersten voll, ist über das erträgliche Maß temperiert und in Regens Nase steigt der einmalige olfaktorische Cocktail aus Schweiß, billigem Rasierwasser und Bier. Schnell wird der Ursprung jenes Geruchserlebnisses, das nicht einmal Steven King fürchterbarer erdenken könnte, offenbar: Ein … Wesen … mittleren Alters, im Blaumann, mit offener Bierdose in der Hand und einer weiteren in der Hosentasche.
Schnell wird Regen klar: Dieser Mensch wird nicht nur nie mein Freund werden, nein, er hat es geschafft, in unter einer Minute auf die Liste der “Fuck-You” Personen zu kommen, die unser kleiner Regen gedanklich immer mit sich führt.
Auch der akkustische Bullshit, mit dem sich die Leute in kürzester Zeit auf diese Liste befördern, ist so umfangreich wie es Sterne am Nachthimmel gibt - am Nachthimmel in den Bergen, weitab von Lichtverschmutzung und Großstädten. Weder interessiert es irgendjemanden, in der Öffentlichkeit Gespräche über die Furunkel von Großtante Klothilde mitanzuhören, noch will man im Privaten etwas über eure niedlichen Kinder hören, über Lars-Kevin, der inzwischen schon ganz von alleine läuft, und auch nicht über Dörte, die bereits das Töpfchen benutzt. Ob dieser Tatsache wurde der Begriff “eure Kinder” geprägt - nicht unsere, nicht meine - eure!
Bleiben noch die optischen Reize, die einem allmorgendlich die Krebsgeschwüre in die Augen treiben. Von Emösen (weibliche Emos) über Krocha bis hin zu jungen Mädels, die sich für keines der beiden Extreme entschieden haben und der Meinung sind, ihr Körper böte genug Masse, um beide Stile darin zu vereinen, alles war heute Morgen wieder in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt Wien vertreten.
Beachtet man allerdings diese einfachen Regeln (olfaktorisch, akkustisch und optisch nicht zu überreizen), kann man sehr einfach und lange einer der besten Freunde Regens werden. Man sieht also, ich bin durchaus ein Menschenfreund - ich habe sehr viele Menschen, die mir gut Freund sind, nur die MenschHEIT ist es, die mich jeden Tag aufs neue zur Weissglut treibt.


haxikraxi said,
3-12-2008 in 17:06:24 at 195.72.132.1jughhuuuu
alte heut
wir haben deinen blog entdeckt und ein auto nennt man net edgar!!!!
grüsse
a.
&
m.
&
l.