Samstag, 11. August 2007, war es soweit: Aufgrund des sich nähernden Geburtstages meiner lieben Frau Mamá lud ich selbige zu einem schönen Abend in Graz beim Musical Festival Graz ein - die Vorstellung, die gespielt wurde, war Dracula.
Zwei große Musicalstars wurden aufgeboten, Uwe Kröger und Thomas Borchert, beide Meister ihres Fachs und in Vampirdingen durchaus bewandert, haben sie doch beide schon die Hauptrolle, den Grafen Von Krolock in Roman Polanskis Tanz der Vampire Grusical gespielt.
Die Vorstellung selbst war groß, einfach nur groß - gute Musik, sehr gute Schauspieler, wunderschöne Bühne. Allein, der Tag der bis dort hin führte war … mau.
Nicht nur, dass wir zu spät aus meiner Heimatstadt weggekommen sind, nein, wir legten eine ausserplanmässige Pause ein, die uns fast zwanzig Minuten gekostet hat.
Trotz Navigationsgerät verfuhren wir uns mehrfach, da Graz straßentechnisch ein Zustand ist - zumindest in der Nähe des Schlossberges.
Endlich einen Parkplatz gefunden (der sich mit 1,70 Euro pro dreissig Minuten zu Buche schlug!) hieß es, in nur noch wenigen Minuten auf den Schlossberg rauf zu kommen - denn die Kasematten, die Bühne, auf der das Musical gespielt wurde, waren oben aufm Schlossberg.
Da wir diesen Anstieg auf Schusters Rappen nicht zeitgerecht bewältigen hätten können, begaben wir uns flinken Fusses also zur Schlossbergbahn. Auf dem Weg dort hin löste sich von meinem rechten Schuh einfach mal so die Sohle ab. Im Zeitdruck hat auch eine Reperatur per von einem Passanten zur Verfügung gestellten Kaugummi nicht funktioniert, also abgerissen das Teil und auf der Ledersohle, durch den Höhenunterschied leicht hinkend, weiter zur Bahn.
Dort mal schnell sieben Eurodollar pro Person (!) abgelegt, in zwei Minuten am Gipfel angekommen und Platz genommen - bei einer Freiluftbühne. Ohne Jacken. Oder Decken. War ja immerhin als Theater ausgeschrieben. War schon etwas … kühl. Gut, scheisst der Hund aufs Feuerzeug dacht ich mir, wenigstens is das Musical gut.
Als wird dann kurz vor Mitternacht den Heimweg antraten war meine Stimmung wieder halbwegs versöhnlich, gutes Theater hat diese Wirkung auf mich. Gegen 02:15 waren wir dann auch endlich wieder im heimischen Hafen … und der Schlüssel bewegt sich keinen Millimeter im Schloss. Der werte Herr Hausmeister weiss zwar seit Tagen, dass das Schloss schon recht streng zu sperren ist und ausgetauscht werden muss, hat jedoch ob seines stressigen Jobs bis dato keine Zeit gefunden, einstweilen das Schloss vollständig zu entfernen, damit nicht etwa spätnachts Mieter vor verschlossener Tür stehen. Meine gute Laune war vom Tisch, der Puls auf 130 und der Blutdruck im ungesunden Bereich. Wäre nicht zufällig eine Mieterin vorbeigekommen, deren inkontinentes Schosstier spätnächtens Ausgang gebraucht hatte, wir hätten im Auto übernachten müssen.
Um 02:45 sank ich schließlich froh darüber, den Tag ohne einen Affektmord hinter mich gebracht zu haben ins Bett, nicht ohne jedoch als “Hintergrunduntermalung” zum Einschlafen Van Helsing im DVD Player anzuwerfen - man muss dem Thema des Tages schließlich Rechnung tragen.


