Untertitel: Warum sag ich eigentlich immer ja?
Der werte Leser möge mich kurz etwas weiter ausholen lassen: Es kommt vor, dass man zu seinem Vorgesetzten eine bessere Beziehung hat, als nur die zwischen Angstelltem und Vorgesetzten. So war dies auch bei mir der Fall. Meine Vorgesetzte, S.A., ist mit der Zeit zu mehr als nur einer Chefin geworden - es entwickelte sich eine gute Freundschaft - und zwar nicht nur zwischen uns, sondern generell im Kollegenkreis. So veranstalten wir beispielsweise monatliche Spieleabende, spielen einmal die Woche gemeinsam World of Warcraft mit Charakteren, die wir extra dafür erstellt haben, gehen gemütlich Abends essen oder auch mal gemeinsam ins Kino.
Dass S.A. aufgrund von firmeninternen Veränderungen nicht mehr meine Vorgesetzte ist und es personelle Änderungen gegeben hat änderte nichts daran, dass wir, das alte Team, uns immer noch gut verstehen und gut leiden mögen - und durch Neuzugänge wächst unser Grüppchen auch immer weiter - an sich eine positive Entwicklung möchte man denken. So war es für mich auch völlig klar und stand außer Frage, dass, als ich erfuhr, S.A. würde umziehen, ich sofort meine Hilfe anbot. Mag ich auch keine Sportskanone sein und die Agilität eines Leichtathleten haben, mögen mir auch die Muskeln eines halbwegs durchtrainierten Bodybuilders fehlen, mag um meine Hüften auch das Zeugnis von vielen Jahren Genussessens vorhanden sein, so ist doch eine nicht zu unterschätzende Rohkraft in meinen Armen, Beinen und meinem vom Arbeiten geschundenen Rücken vorhanden - was mich zu einem nützlichen Helfer bei Umzügen, Grosseinkäufen und Feldarbeiten macht.
Gestern war es also soweit - um 06:00 Uhr klingelte der Wecker (am Sonntag, dem Tag des Herren, an dem selbst der Herrgott geruht hat!!) und ich machte mich nach einer recht mühsamen Aufwachphase auf den Weg, diverse Kollegen mit dem Auto aufzugabeln, um uns um 09:00 Uhr vor der Tür der noch-Wohnung von S.A. einzufinden. Wider erwarten verlief alles planmässig chaotisch und allem voran unerwartet schnell. Unerwarteten Hindernissen, wie feststeckenden Aufzügen mit gefangenen Insassen (zweimal an einem Tag) oder zu spät auftauchenden Transportbussen, zum Trotz, waren wir um 17:30 Uhr mit dem Umzug, den Nerven und unserer körperlichen Belastbarkeit am Ende. Allerdings fühlte ich mich nicht annähernd so schlimm, wie ich es erwartet hatte.
Bis heute morgen.
Das Aufstehen war eine Qual, der Rücken kracht, die Arme brennen und tun weh und ich bin leicht erkältet, da es in Wien gestern immer wieder leicht geregnet hat (ja - die Ironie der Sache, dass der Regen im Regen stand ist mir nicht entgangen) und wir verschwitzt in Zugluft gestanden haben. Einem Großteil der Symptome konnte ich zum Glück entgegenwirken, indem ich heute Morgen heiss geduscht habe und bereits eine halbe Stunde vor Dienstbeginn an meinem heutigen Einsatzort war - da hier ein Shiatsu Massagestuhl steht, der gratis zu benutzen ist. Nach drei zwölfminütigen Massagesitzungen ging es mir wieder halbwegs gut und ich wage zu behaupten, dass ich den heutigen Tag überleben werde - zumindest momentan sieht es danach aus - aber der Tag ist ja noch lang!


Konrad said,
6-5-2007 in 23:42:35 at 84.189.98.139Final Destination, mal gut das du dir nichts dabei gebrochen hast. Wie viele Rücken sind schon draufgegangen bei Möbelpackern…