Es gibt Tage, an denen macht es Spass zu arbeiten. Alles geht gut, die Kunden sind zufrieden, halbwegs erträglich, die Kollegen sind gut gelaunt und der Chef tut das was ein Chef am besten tun kann um nicht zu stören - er ist nicht anwesend und ruft auch nicht an.
Und es gibt Montage. Und wenn man denkt, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, beschert uns der Kalender falsche Montage - so wie heute. Ich bin gerade mal drei Stunden in der Arbeit, und war bereits kurz davor, mein Mobiltelefon quer durch den Raum gegen die Wand zu werfen, einer mehrere hundert-tausend-euro teuren Maschine einen bleibenden Eindruck mit meinen Größe 49,5 Schuhen zu verpassen und meiner Vorgesetzten zu sagen, sie könne mich mal dort küssen, wo Mami das Fieberthermometer reingesteckt hat rufe zu einer ungünstigen Zeit an und möge mich bitte später nochmals kontaktieren.
An solchen Tagen stellt sich mir immer wieder die eine Frage: Warum eigentlich?
Warum eigentlich muss ich mich mit Vorgesetzten herumquälen, die keine Ahnung haben vom Tagesgeschäft und Entscheidungen treffen, ohne jene Leute zu kontaktieren, die täglich da draußen sind und Kunden betreuen - oft schon mit jahrelanger Erfahrung.
Warum eigentlich muss ich dafür geradestehen, wenn ich eine Information, die mir zwischen Tür und Angel gegeben wurde, vergesse, während Informationen, die ich schriftlich weitergebe geflissentlich ignoriert und/oder vergessen werden dürfen?
Und wenn mir dann nach einer Menge Alkohol regem Nachdenken im Zuge eines Geistesblitzes die Antwort kommt, die so ernüchternd und so einfach ist, dass selbst mir dafür die Worte fehlen, dann stimmt mich das meist nur noch depressiver: Weils sonst langweilig wäre. Gäbe es nicht all jene Dinge im Leben, die uns auf-/er-/anregen, das Leben wäre nicht lebenswert. Wäre jeder Tag in der Arbeit die gleiche “Fadesse“, ohne nenneswerte Zwischenfälle, es ließe sich an einem solchen Ort nicht lange arbeiten.
In diesem Sinne erhebe ich mein Glas heute auf all jene Dinge/Leute/Umstände, die uns das Leben tagtäglich zur Hölle machen. Cheers ihr Mistkröten - ohne euch wärs nur halb so furchtbar.


Konrad said,
6-5-2007 in 23:21:04 at 84.189.98.139“Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.”
Du hast absolut Recht, denn ohne das würden wir uns doch garnicht erst weiterentwickeln. Du teilst den selben Optimismus wie ich, bereue nichts in deinem Leben, irgendetwas bleibt immer.